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1zu1_DigiTipi-Einraum für die Sinne

Jade Hochschule Oldenburg

Sommersemester 2010

Das Thema des Workshops „DigiTipi“ im Sommersemester 2010 war die Erfindung eines Mikro-Environments, in dem unsere fünf Sinne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten, die erst zusammen die umfassende Erfahrung von Raum ermöglichen, thematisiert werden sollten. Licht, Farben, Klänge, Gerüche, Materialoberflächen mit ihren fühlbaren Eigenschaften, ggf. sogar Essbares sollten als Raum konstituierende sinnliche Eigenschaften erfahrbar werden. Der zu entwerfende und dann im Workshop zu realisierende Einraum sollte exklusiv nur von jeweils einer Person betreten werden können.
Da wir im Alltag zwar alle fünf Sinne benötigen, um uns gefahrlos und angemessen im Raum zu bewegen und zu verhalten, aber nur ein Bruchteil des Wahrnehmbaren ins Bewusstsein tritt, stellten sich für den Entwurfsprozess zunächst Fragen nach der Zuspitzung bestimmter Eigenschaften des Raums, die eine bewusstere Wahrnehmung durch den jeweils angesprochen Sinn ermöglichen würden.
In den komplett abgedunkelten Ausstellungsraum des Fachbereichs Architektur stellten die Studierenden den von der Aufgabe geforderten Einraum in Form einer „Urhütte“. Diese Urhütte stand in einem „Wald“ aus Holzstangen. Auf einer der Wände der „Urhütte“, deren Inneres um 90° gedreht war, wurde eine Filmsequenz projiziert, die die Verrichtung alltäglicher Küchenarbeit festhielt. Diese Filmsequenz wurde überlagert von Raumklängen, die entfernt an Naturgeräusche erinnerten. Sie wurden begleitet von der Einspielung des aus dem Off gesprochenen Textes „Die Pforten der Wahrnehmung“ von Aldous Huxley, in dem der britische Autor über seine Drogenerfahrungen und die Frage, ob diese bewusstseinserweiternd sein können, nachdenkt.
Die Raum-Klang-Bild-Collage des realisierten Digitipis sollte den Nutzer für kurze Zeit in eine Welt gesteigerter Wahrnehmung und seliger, selbstvergessener Ichlosigkeit entführen.


GewinnerInnen Studentenwettbewerb:
Martin Malewski, Johann Oetken, Achmed Tangiev

Musik: Henning Struve, Chrisitan Scherbening